Am 24.06.2026 hat Belinda Uhl ihre Masterarbeit erfolgreich verteidigt.
Im Rahmen ihrer Arbeit untersuchte sie, wie Schüler:innen der Sekundarstufe I Lernvideos wahrnehmen, die von unterschiedlichen Figuren präsentiert werden: von ihrer eigenen Lehrperson, einer digitalen Roboterfigur oder einem KI-generierten persönlichen Avatar einer unbekannten Person.
Dafür entstanden neun Lernvideos zu den Themen Aufbau und Funktionsweise des Internets, Datenübertragung und Cloud-Speicherung. Ergänzend wurden Arbeitsblätter entwickelt, die neben dem Wiedergeben von Inhalten auch deren Anwendung und Rechercheaufgaben umfassten. Der Unterrichtsversuch wurde mit 20 Schüler:innen einer Mittelschule durchgeführt.
Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Präferenz für die eigene Lehrperson: Je nach Video wählten 75 bis 85 Prozent der Schüler:innen diese Version zur Bearbeitung der Aufgaben. Als Gründe nannten sie insbesondere die ihnen vertraute Person, die gut verständliche Stimme und die Qualität der Erklärung.
Der persönliche KI-Avatar wurde überwiegend positiv wahrgenommen. Von den 17 befragten Schüler:innen bemerkte nur eine Person, dass es sich möglicherweise nicht um einen echten Menschen handelte. Gleichzeitig machten die Rückmeldungen deutlich, dass natürlichere Stimmen und abwechslungsreichere Gestik für die Akzeptanz weiterhin wichtig sind.
Ein belastbarer Vergleich der Lernergebnisse zwischen den Videoversionen war aufgrund der ungleichmäßigen Auswahl nicht möglich. Die Arbeit verdeutlicht dennoch: Der persönliche Bezug zur Lehrperson spielt bei Lernvideos eine wesentliche Rolle. KI-Avatare der eigenen Lehrperson könnten künftig die Vorteile einer vereinfachten Videoproduktion mit Vertrautheit verbinden.

